Amnesty International Gruppe Schwelm (1524)

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Gruppe Schwelm (1524)

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Partnerschaft Schwelm und Papua

Amnesty Schwelm für die Menschenrechte in der indonesischen Provinz

Die Amnesty-Gruppe Schwelm/Wuppertal beobachtet und begleitet die Menschenrechtslage in Papua (Indonesien). Bereits seit Jahrzehnten besteht eine besondere freundschaftliche Beziehung zwischen Papua und dem Evangelischen Kirchenkreis Schwelm, welche im Jahre 1989 zu einer Partnerschaft des Kirchenkreises Schwelm und der Evangelischen Kirche in West-Papua - GKI (Gereja Kristen Injili di Tanah Papua) mündete. Damit wurden die beiden Kirchenkreise Mamberamo-Apawer und Balim-Yalimo zu besonderen Partnern des Kirchenkreises Schwelm.

Informationen zu Papua (Indonesien)

In der indonesischen Provinz Papua wird seit 1967 eine der größten Gold- und Kupferminen der Welt vom amerikanische Unternehmen Freeport betrieben. Weiterhin sind etwa 50 legale und zahllose illegale Holzunternehmen dabei, die Regenwälder zu vernichten. Die Bewohner wurden gezwungen, Land für Umsiedlungsprojekte und Ölplantagen abzutreten. An den wirtschaftlichen Erträgen all dieser Unternehmungen wurden sie nicht beteiligt. Vielmehr entwickelte sich bei den Papua das Gefühl, dass ihnen auch das Land als letzter Besitz abgenommen wird.

Menschenrechte

Die Maßnahmen der machthabenden Militärdiktaturen Sukarnos und Suhartos schürten in West-Papua die Unzufriedenheit und lösten immer wieder Proteste und Widerstand aus. Doch das Militär ging mit brutaler Gewalt gegen jede Art von Widerspruch vor: Dabei wurden führende Papua ermordet, Dörfer niedergebrannt, die Einwohner vertrieben oder getötet oder in die Gefängnisse eingeliefert. Trotz deutlichen Protests von Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International und den Kirchen und Vorlage von mehrere Dokumentationen über die brutalen Militäraktionen stehen bis heute Folter und Gewalt seitens der Machthaber an der Tagesordnung.

Bereits das Hissen der Morgensternflagge ("Papua-Flagge") kann zu langjährigen Gefängnisstrafen führen, wie der Fall des ehem. Regierungsbeamten Filep Karma (15 Jahre Haft) und des Studenten Yusak Pakage (10 Jahre Haft) zeigt, für die Amnesty International seit dem Jahre 2005, stellvertretend für alle anderen gewaltlosen politischen Häftlinge in Papua, Unterschriften zur bedingungslosen Freilassung sammelt. Yusak Pakage wurde im Sommer 2010 vorzeitig freigelassen.

Informationen zu den Schwelmer Partnerkirchenkreisen

Der Kirchenkreis Mamberamo-Apawer Der Mamberamo und der Apawer sind zwei große Flüsse, die im Norden von West-Papua ins Meer münden. An den Ufern dieser Flüsse leben etwa 15.000 Menschen, etwa 3.000 gehören zur evangelischen Kirche (GKI). Sie verteilen sich auf 10 größere und eine Reihe kleinerer Gemeinden. Die größte Gemeinde ist das Zentrum Kasonaweja mit etwa 500 Gemeindegliedern und einem Flugplatz.

Der Kirchenkreis Balim-Yalimo Das Balim-Yalimo-Gebiet liegt im östlichen Hochland in der Umgebung der Bezirkshauptstadt Wamena und ist dicht bevölkert. Zum Kirchenkreis gehören etwa 30.000 Gemeindeglieder in ca. 120 Gemeinden. Die größte und finanzkräftigste Gemeinde ist die Gemeinde Bethlehem in Wamena. Im Yalimogebiet gehören acht kleine Flugplätze zu den Zentren der kirchlichen Arbeit.

Die Gemeinden im Kirchenkreis Balim-Yalimo sind aus der Missionsarbeit deutscher Missionare von der Rheinischen und später Vereinten Evangelischen Mission hervorgegangen. Maßgeblich haben die Pfarrer Dr. Siegfried Zöllner und Klaus Reuter aus Schwelm mit ihren Familien dort gewirkt. Sie haben die Kontakte nach West-Papua gelegt und die Aufnahme der Partnerschaft angeregt.

Sendung im DeutschlandRadio zum Thema Papua (Indonesien): Kahlschlag für Palmöl