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Ein Rückblick in den Veranstaltungskalender der Gruppe
Seit über drei Jahrzehnten veranstaltet die Schwelm/Wuppertaler Gruppe von Amnesty International Aktionen in und um Schwelm. Seit dem Frühjahr 1976 sind Menschenrechtsschützer in Schwelm (Einzugsgebiet südlicher Ennepe-Ruhr-Kreis und östliches Wuppertaler Stadtgebiet) für die Menschenrechte in aller Welt aktiv.
Angefangen hatte ihre Arbeit streng genommen schon im Herbst 1975. Zunächst war es nur ein kleines Grüppchen Schüler, das sich damals zum Gedankenaustausch traf, bis die Gruppe im März 1976 ganz offiziell als „Gruppe 1524 - Schwelm/Wuppertal" bei der Sektion der Bundesrepublik Deutschland von Amnesty International eingetragen wurde.
Seitdem engagiert sich Amnesty Schwelm/Wuppertal vor Ort und betreute im Laufe der Jahre bisher insgesamt zwölf Fälle von gewaltlosen politischen Gefangenen aus aller Welt, die aus den unterschiedlichsten Gründen inhaftiert waren. So betreute die Gruppe beispielsweise als einen der ersten Fälle, den Fall des Jugoslawen Lovre Soldo. Der damals 60-jährige Soldo war wegen politischen Äußerungen zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Ein halbes Jahr vor Ablauf der Haftstrafe kam er frei. Es folgten Fälle aus dem Sudan, Rumänien, Indien und Mauretanien.
AI Schwelm/Wuppertal nahm sich auch der Fälle von inhaftierten politischen Demonstranten in Kolumbien und Libyen an. Unter Staatschef al'Gaddafi waren 1989 zehn Libyer bei gewaltlosen politischen Demonstrationen verhaftet worden. Nach sieben Jahren mühevoller AI-Arbeit kamen einige der Gefangenen wieder frei. Vielleicht wäre diese oder so manch eine andere frohe Botschaft ohne die unermüdlichen Bemühungen der Schwelm/Wuppertaler Gruppe nie verkündet worden.
Anlässlich des von der Gruppe initiierten ersten Deutschlandsbesuchs des ehemaligen US-Todesstrafenkandidaten Juan Roberto Melendez (über 17 Jahre unschuldig im Todestrakt) rief die Gruppe das "Schwelmer Menschenrechtsforum" ins Leben. Ziel ist es, den menschenrechtlichen Diskurs vor Ort zu führen und prominente Menschenrechtsbotschafter in die hiesige Region einzuladen. So kam etwa zum 2. Schwelmer Menschenrechtsforum am 7.10.2007 (1. Jahrestag der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkovskaja) der ehem. WDR-Fernsehkorrespondent Klaus Bednarz in das Ibach-Haus zu einer bewegenden und ausverkauften Lesung (Bednarz liest Politkovskaja). Es war die größte NRW-Veranstaltung an diesem Gedenktag zu Ehren von Anna Politkovskaja. Die Gruppe initiiert auch darüber hinaus Vorträge und hielt etwa in jüngster Vergangenheit eine Vorlesungsreihe an der Bergischen Universität Wuppertal zum Thema Todesstrafe, zu der sie hochrangige Dozenten aus Wissenschaft und Praxis einlud. Besonderer Erwähnung gebührt ferner der Kunst- und Informationsausstellung "Bilder aus der Todeszelle". Für die hiesige Region ein Novum, waren in der Stadtsparkasse Schwelm Bilder von vier Todestraktinhaftierten aus den USA zu sehen.
Seit dem Jahre 2009 kümmert sich die Gruppe um den japanischen Todesstrafenkandidaten Okunishi Masaru, der seit etwa vierzig Jahren zur Todesstrafe verurteilt worden ist.
Mit einem ambitionierten Projekt macht die Gruppe sich auch für die beiden gewaltlosen politischen Häftlinge Filep Karma und Yusak Pakage in West-Papua stark, für deren Freilassung mindestens 10.000 Unterschriften gesammelt werden. Ein Mitglied der Gruppe besuchte Yusak Pakage im Gefängnis von Abepura (indonesische Provinz West-Papua). Auf den öffentlichen Druck von Amnesty wurde Yusak Pakage, der zu zehn Jahren Gefängnis für das Hissen einer Flagge verurteilt worden war, am 6. Juli 2010 nach Absitzen der Hälfte seiner Haftzeit frei.
Ständig sind weitere Projekte in Vorbereitung, zu der jeder Interessierte sehr herzlich eingeladen ist.
Die Fälle aus über 30 Jahren Gruppenarbeit
Im Laufe ihrer Geschichte hat unsere Gruppe bisher 10 Fälle von gewaltlosen politischen Gefangenen oder mutmaßlichen gewaltlosen politischen Gefangenen aus aller Welt, die aus den unterschiedlichsten Gründen inhaftiert waren, bearbeitet und betreut. Seit dem Jahre 2009 arbeitet die Gruppe an einem Fall eines japanischen Todesstrafenkandidaten.
Ein Land, nämlich der Sudan, war unter unseren Fällen bislang sogar zweimal vertreten. Die folgende Aufstellung zeigt Ihnen im Einzelnen, ab wann wir uns für welche Gefangenen eingesetzt haben und welche Themenschwerpunkte wir uns gesetzt haben:
1977
1978
1978
1980
1983
1984
1987
1990
1991
1991 bis 2001
ab 2001
2009