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Helfen Sie mit! 10.000 Unterschriften für die Freilassung gewaltloser politischer Gefangener in Papua
Der ehemalige Beamte Filep Karma ist zu einer fünfzehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er am 1. Dezember 2004 an einer friedlichen Zeremonie in Abepura in der indonesischen Provinz Papua teilgenommen hatte. Deswegen erhielt er im Mai 2005 wegen Landesverrats und staatsfeindlichen Verhaltens eine Haftstrafe von 15 Jahren.

15 Jahre Haftstrafe wegen Hissens der Morgensternflagge.
Amnesty International fordert die bedingungslose Freilassung von Filep Karma.
Mit ihm wurde der Student Yusak Pakage zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Pakage wurde erst nach über fünf Jahren und auf weltweiten öffentlichen Druck durch den Staatspräsidenten Yudhoyono begnadigt und ist seit dem 7. Juli 2010 wieder frei. Amnesty fordert auch die bedingungslose Freilassung von Filep Karma.
Amnesty Schwelm / Wuppertal sammelt tausende Unterschriften für die Freilassung von gewaltlosen politischen Häftlingen. Filep Karma ist einer von unzähligen gewaltlosen politischen Gefangenen in dem seit 1963 zu Indonesien zählenden westlichen Teil der Neuguinea-Insel.
Mit Filep Karma sitzt z.B. auch weiterhin der Gefangene Ferdinand Pakage ein, der nach einer öffentlichen Protestzeremonie in Abepura im Jahre 2006 zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war und dem am 24. September 2008 durch einen Gefängniswärter ein Auge zertrümmert worden war.
Die Petitionen planen wir gesammelt nach Jakarta zu schicken. Bitte unterstützen Sie diese Aktion und sammeln Sie eifrig Unterschriften.
Chronologie:
1. Dezember 2004: Am Rande einer friedlichen Demonstration in der Stadt Abepura in der indonesischen Provinz West-Papua werden Yusak Pakage (Student) und Filep Karma (ehem. Regierungsbeamter) wegen des Hissens einer Papua-Flagge wegen "Landesverrats" verhaftet.
Mai 2005: Ein Gericht verurteilt Filep Karma zu 15 Jahren und Yusak Pakage zu 10 Jahren Gefängnis. Damit werden für dieses Delikt die höchsten Gefängnisstrafen seit der Übernahme Papuas durch Indonesien im Jahre 1964 verhängt. Es laufen weltweit Unterschriftenaktionen gegen diese Verurteilungen an.
In den Folgejahren gehen in Jakarta tausenden Unterschriften und Protestschreiben zur Freilassung der beiden Gefangenen ein. Öffentliche Aktionen von Menschenrechtsaktivisten führen zu einer gewissen Prominenz von Yusak Pakage und Filep Karma, die stellvertretend für unzählige weitere gewaltlosen politischen Gefangenen ihres Landes stehen.
24. September 2008: Traurige Bekanntheit erlangt Ferdinand Pakage, ein Mitgefangener von Yusak Pakage und Filep Karma, in dem ihm durch einen Gefängniswärter ein Auge zertrümmert wurde. Ferdinand Pakage sitzt seit dem Jahre 2006 als gewaltloser politischer Gefangener nach einer Protestaktion in Abepura im Gefängnis von Abepura.
20. März 2009: Yusak Pakage wird mit einer Reihe anderer politischer Häftlinge vom Gefängnis Abepura ins Gefängnis Doyo Baru (im Westen von Sentani) verlegt. Grund: Er hätte einen Wärter geschlagen. Pakage hat bereits mehrmals beklagt, dass er von Wärtern geschlagen wird. Sechs seiner ihm zur Hilfe gekommenen Freunde sind auch in das Sentani-Gefängnis verlegt worden.
August 2009: Filep Karmas Gesundheitssituation im Gefängnis von Abepura zeigt sich sehr besorgniserregend. Er leidet wahrscheinlich an einer Prostataerkrankung und muss auf Anraten von Ärzten zur Behandlung in eine Klinik nach Jakarta geflogen werden. Doch bisher haben die verantwortlichen Stellen nur unzureichende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um eine angemessene medizinische Versorgung für Filep Karma zu gewährleisten. über ein dreiviertel Jahr wartet der prominente politische Gefangene auf eine Überführung nach Jakarta. Der indonesische Staat weigert sich, für die anfallenden Kosten aufzukommen. Die Kosten müssten entsprechend der Gouverneursregulation Nr. 6/ 2009 vom staatlichen Krankenversicherungsprogramm Jamkesmas finanziert werden, das die medizinische Versorgung von armen Bevölkerungsgruppen sichern soll. Doch bürokratische Hürden ließen den erkrankten Karma monatelang Briefe schreiben und warten.
November 2009: Amnesty International erreichte die Nachricht, dass auch Yusak Pakage im Gefängnis in Doyo Baru, wo er unter den Haftbedingungen zusehends leidet, medizinische Hilfe verwehrt wird. Seitdem Yusak Pakage und Filep Karma in das fern liegende Drogengefängnis Doyo Baru verlegt worden war, genießen sie noch nicht einmal mehr tagsüber im Wege des „Offenen Vollzugs“ Freigang, was ihnen vor der Verlegung noch gewehrt worden waren. Sie sind von der Außenwelt abgeschnitten.
5. Februar 2010: Erst jetzt erhielt Filep Karma einen Teil der anfallenden Kosten durch die Provinzregierung zugesagt. Der stellvertretende Gouverneur Papuas, Alex Hesegem, überreichte dem politischen Gefangenen persönlich 40 Millionen Indonesische Rupiah in bar im Gefängnis. Nach Berechnungen der Nichtregierungsorganisation „Solidaritas Korban Pelanggaran HAM Papua“ (Solidarität mit den Opfern von Menschenrechtsverletzungen in Papua) belaufen sich die Gesamtkosten einer Behandlung in Jakarta aber auf über 98 Millionen Indonesische Rupiah (ca. 8.000 Euro). Der indonesische Staat weigert sich weiter, für die vollständigen Kosten, die die medizinische Versorgung in Jakarta sowie Transport- und Unterkunftskosten für Filep Karma, einen Familienangehörigen, einen Gefängniswärter und einen Polizisten beinhalten, aufzukommen. Informationen zufolge soll die Familie Filep Karmas einen Teil der Kosten selbst tragen. „Solidaritas Korban Pelanggaran HAM Papua“ sammelt Spenden für die Überführung Filep Karmas nach Jakarta.
Mai 2010: Die britische Amnesty-Sektion überreicht anlässlich des fünften Jahrestages der Verurteilung der beiden Gefangenen weitere über 3500 Unterschriften an die indonesischen Regierung.
Juni 2010: Endlich scheint der Durchbruch geschafft und Filep Karma darf zur medizinischen Behandlung seines schweren Gesundheitsschadens in einem Krankenhaus in Jakarta behandelt werden.
7. Juli 2010: Yusak Pakage wird nach fünfeinhalbjähriger Haftzeit von dem indonesischen Staatspräsidenten begnadigt aus dem Gefängnis Doyo Baru entlassen. Weiterhin sitzen neben Filep Karma noch unzählige weitere gewaltlose politische Gefangene in Gefängnissen der indonesischen Provinz Papua. Darunter auch Ferdinand Pakage, dem im Jahre 2009 durch einen Wärter ein Auge zertrümmert wurde und der auf medizinische Hilfe angewiesen ist.

Amnesty fordert die Freilassung von Filep Karma.
Achtung: Einsendeschluss bis 31.07.2010 verlängert!
Briefentwurf Englisch(Word-Doc.), PDF (Englisch)
Weitere Informationen: Die Fallinformation (PDF)
„Wer die Wahrheit spricht, muss immer ein gesatteltes Pferd bereithalten" (Armin T. Wegner)
Lesebuch zum "Armin T. Wegner Literaturwettbewerb Menschenrechte"
erscheint im Oktober 2010 in der Edition Roesner.
ISBN: 978-3-902300-50-8
info[at]amnesty-schwelm.de
Die „Gabe der Rede" nutzen: In der Tradition Armin T. Wegners und seines Einsatzes für die Menschenrechte geben Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Bürgerinnen und Bürger ihre »Gabe der Rede« für die Menschenrechte mit einem literarischen Beitrag Ausdruck. Anlässlich des 30. Todestages des Dichters, Reiseschriftstellers und »Gerechten der Völker« Armin T. Wegner (geboren 1886 in Elberfeld - gestorben 1978 in Rom) im Jahre 2008 waren sie aufgerufen, Wort für die Menschenrechte zu ergreifen. An dem »Armin T. Wegner Literaturwettbewerb Menschenrechte« beteiligten sich 500 Autorinnen und Autoren aus zwölf verschiedenen Staaten, von denen 30 in diesem Lesebuch Einklang finden. Unter dem von Armin T. Wegner geprägten Sprichwort »Wer die Wahrheit spricht ..., muss immer ein gesatteltes Pferd bereithalten« erinnern sie an den couragierten Schriftsteller, der sich sein ganzes Leben lang für die Verteidigung der Menschenrechte eingesetzt hat. Zu Wegners beispielhaften Taten gehört sein Protestbrief an Hitler - nach der Machtübernahme der Nazis 1933 - , in dem er forderte, die Diskriminierung und Gewalt gegen Juden zu beenden. In diesem Brief heißt es, er schreibe als ein Deutscher, »dem die Gabe der Rede nicht geschenkt wurde, um sich durch Schweigen zum Mitschuldigen zu machen, wenn sein Herz sich vor Entrüstung zusammenzieht.«