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Gruppe Schwelm (1524)

StartseiteUnterstützen Sie: Filep Karma ist frei

Nach über einem Jahrzehnt Haft endlich in Freiheit!

Filep Karma ist frei. Der ehemalige Beamte Filep Karma war zu einer fünfzehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er an einer friedlichen Zeremonie in Abepura in der indonesischen Provinz Papua im Dezember 2004 teilgenommen hatte. Deswegen erhielt er im Mai 2005 wegen Landesverrats und staatsfeindlichen Verhaltens eine Haftstrafe von 15 Jahren. Mit ihm wurde Yusak Pakage aus dem gleichen Grunde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Auf öffentlichen weltweiten Druck von Amnesty wurde Yusak Pakage am 6. Juli 2010 nach Absitzen seiner hälftigen Haftzeit entlassen, nach dem er kurz zuvor von dem indonesischen Staatspräsidenten Yudhoyono endlich begnadigt worden war. Pakage ist damit offenbar der erste gewaltlose politische Gefangene in Papua, der leider "nur" begnadigt und nicht regulär freigesprochen wurde.

Seit dem 19. November 2015 kann nunmehr endlich auch Filep Karma die Freiheit genießen. Über 10.000 Unterschriften haben wir für seine Freilassung in den letzten Jahren gesammelt und an den indonesischen Staatspräsidenten nach Jakarta geschickt. Wir danken allen, die dazu mit beigetragen haben, dass Filep Karma jetzt endlich vorzeitig seine Freiheit wieder genießen darf.

Auch weiterhin engagiert sich Amnesty International und die Schwelmer Amnesty-Gruppe für die Menschenrechte in Papua.

Amnesty International fordert

  • die sofortige und bedingungslose Freilassung auch aller anderen gewaltlosen politischen Gefangenen in Indonesien,
  • sich öffentlich zu verpflichten, dass es keine weiteren Verhaftungen von Personen nur wegen der legitimen Inanspruchnahme von Meinungs-, Gewissens- und Versammlungsfreiheit geben darf,
  • effektive und unabhängige Untersuchungen über Menschenrechtsverletzungen durch die Mitglieder der Sicherheitskräfte durchzuführen, die im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 1. Dezember 2004 stehen. Dazu gehören Analysen über die unnötige Gewaltanwendung gegen friedliche Demonstranten und die Misshandlung von Verhafteten ebenso wie die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen,
  • die verbleibende repressive Gesetzgebung aufzuheben, die genutzt wird, um Menschen aufgrund der Wahrnehmung ihres Rechts auf Meinungs- und Gewissensfreiheit zu verhaften. Insbesondere fordere ich Sie dabei auf, dass Artikel 106 und 110 des Indonesischen Strafgesetzbuches nicht auf Personen angewendet wird, die an friedlichen Demonstrationen teilnehmen.
  • ständige Einladungen für UN-Körperschaften zu erlassen. Priorität sollten dabei der Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit und das Recht der freien Meinungsäußerung und der Sonderberichterstatter über Folter haben.

Hier finden Sie weitere Hintergrundinformationen zum Fall Filep Karma



Medizinische Hilfe (Rückblick)

Teilerfolg: Filep Karma wird endlich medizinisch versorgt

Der gewaltlose politische Gefangene Filep Karma, dessen bedingungslose Freilassung Amnesty International Schwelm fordert, ist endlich medizinisch behandelt worden

Filep Karma, der wegen des Hissens einer Flagge bei einer friedlichen Zeremonie in der indonesischen Provinz Papua zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war, muss seit August 2009 dringend medizinisch behandelt werden. Nachdem die indonesische Provinzregierung eine medizinische Versorgung ein knappes Jahr verhinderte und Amnesty International Protestaktionen für eine medizinische Versorgung von Karma starteten, gibt es nun endlich einen Erfolg zu vermelden: Filep Karma wurde in Jakarta medizinisch in einem Krankenhaus behandelt.

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